Was steht eigentlich auf der Verpackung?
Das Triman-Logo, ein Abfalleimer, Glas und Gabel, Materialien und Gütesiegel … Jedes Symbol auf einer Verpackung repräsentiert eine Organisation, einen Standard und/oder ein System. Und jedes Symbol hat seine eigenen Spielregeln: Wie groß muss es mindestens sein? Wie viel Weißraum ist erforderlich? Darf es einfarbig sein oder nur in den offiziellen Corporate-Design-Farben? Welche Version gilt für welches Land? Einige Gütesiegel verbieten die Platzierung neben konkurrierenden Symbolen. Andere fordern einen Mindestabstand zu den Produktinformationen. Und auch die Schriftgröße im Verhältnis zu den Pflichtangaben ist festgelegt.
All diese Ausnahmen machen die Arbeit fehleranfällig. Sie erfordert fundierte Kenntnisse der Regeln sowie der Ausnahmen.
Jedes Land hat seine eigenen Regeln
Wer ein Produkt in mehreren europäischen Ländern auf den Markt bringt, wird mit unterschiedlichen Anforderungen pro Land konfrontiert. Das eine Land schreibt eine Herkunftsbezeichnung vor, das andere nicht. Hier ist die Materialart verpflichtend anzugeben, dort ist sie empfohlen. Und dann die Sortierhinweise: Jedes Land hat seine eigenen Sortieranweisungen, seine eigenen Symbole und seine eigene Sprache.
Das bedeutet, dass ein Produkt manchmal mehrere Etikettenversionen benötigt. Und jede Version muss stimmen. Nicht ungefähr. Sondern exakt. Denn eine nicht konforme Verpackung ist ein No-Go!
Neue Gesetzgebung: Wie geht man damit um?
Format versus Information: Was passt drauf?
Es ist vielleicht die größte Designherausforderung: eine Verpackung, die konform ist und gleichzeitig ansprechend aussieht. Eine kleine Verpackung. Viel Pflichttext. Mehrere Sprachen. Und dann noch eine Marke, die sichtbar bleiben will. Je kleiner die Verpackungsfläche, desto strenger die Priorisierung. Denn es passt nicht alles. Also: Was darf weg? Was kann kleiner? Was kann auf die Rückseite? Diese Fragen zu beantworten, erfordert mehr als nur Layout-Fähigkeiten. Wer weiß, dass eine milde chemische Einstufung keine Gefahrenpiktogramme vorschreibt – die dazugehörigen Sätze jedoch schon –, kann den Platz gezielt steuern. Wer das nicht weiß, klebt alles auf die Verpackung. Man verliert dann wertvollen Platz, den die Marke braucht, um aufzufallen.
Neben der gesamten Regulatorik gibt es auch die kreative Arbeit, die einen kritischen Blick erfordert: Stimmen die Schriftgrößen, entspricht die Farbwahl dem Brand-Toolkit, atmen die Visuals die Marke?
Ausnahmen sind die Regel
Das klingt widersprüchlich. Doch wer schon einmal ein Produkt auf den Markt gebracht hat, weiß: Es sind selten die großen Entscheidungen, die einen Prozess verzögern. Es sind gerade die kleinen, unerwarteten Dinge. Und dann wiegt der Faktor „Zeit“ noch schwerer.
Cindy vergleicht einen Artwork-Prozess mit einer Renovierung. Auf dem Etikett kommen alle Disziplinen zusammen. Es ist wie beim Hausbau: Erwarte das Unerwartete. Denn diese unerwarteten Hürden sind keine Ausnahme, sondern die Regel. Sie gefährden die Planung. Die Artwork-Koordinatorin überblickt als verbindendes Glied die Kette – vom Einkauf und Design bis hin zur Gesetzgebung und Druckerei – und kann schnell reagieren, um sicherzustellen, dass Lieferzeiten nicht gefährdet werden. Deadlines gehören dazu, gemeinsam sorgen wir dafür, dass sie machbar bleiben.
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